Tiere

Tiere

Dass die Tiere uns beobachten, ist gut bekannt. Einige von ihnen tun das in dem sie uns in die Augen schauen bzw. unsere Gesichtszüge intensiv wahrnehmen. Jeder kann diese Erfahrung insbesondere bei den den Menschen am nahesten stehenden Tieren, den Hunden, machen. Sie kommunizieren tatsächlich auf Augenhöhe mit uns – so ist jedenfalls der Eindruck. Man bekommt das besonders dann zu spüren, wenn man sich auf sie einlässt und auf ihre Kommunikationsangebote auch reagiert und insofern auf ihre Wünsche eingeht. Dann läuft tatsächlich alles über das gegenseitige Sich – Ansehen. Die Tiere haben insofern, poetisch formuliert, ein Antlitz, wie es sonst nur Menschen zugeschrieben wird. Aber man kann das übersehen; man muss es nicht wahrnehmen. Tut man es dennoch so entsteht ein inneres Bild der Tiere, in dem sie weit mehr sind als nur Tiere sondern Wesen, die zu Partnern des Menschen geworden sind und deswegen ein Recht haben, von ihm wie solche behandelt zu werden.

Man braucht nun gar nicht groß darauf hinzuweisen, dass die Realität ganz anders ist. Die größte Zahl an Tieren werden nicht wie Partner, sondern wie Sachen behandelt. Insbesondere Hühner und Schweine sind davon weltweit, aber ganz besonders in Deutschland, betroffen. Die industrielle Produktion von Fleisch ist auf höchste Effizienz getrimmt und lässt darin den Tieren nicht einmal mehr die Spur eines eigenen Lebens. Eine Sau lebt 2-3 Jahre, hat in dieser Zeit fünf Geburten und ist während dieser Zeiten in einen engen Käfig gesperrt, in dem sich kaum bewegen kann. Es ist schon beim ersten Blick dieser Schweinefleisch Produktionsanlagen der pure Horror, zumal dich die Schweine ebenso ansehen, wie die Hunde. Diesem Blick muss der Mensch dauernd ausweichen, um das Grauen ertragen zu können. Es darf zu keiner Beziehung zwischen Mensch und Tier kommen. Was tut der Mensch hier den Tieren an – und was macht der Mensch hier aus sich selbst? Selbst wenn man nicht generell auf den Fleischkonsum verzichten will, könnte doch die Fleischproduktion in Ehrfurcht vor den Tieren gestaltet werden. Das würde auch der Genuss von Fleisch verändern, insofern das Bewusstsein davon, ein Lebewesen getötet zu haben erhalten bliebe.

Wenn wir einen Augenblick innehalten, hören wir die Schreie der Tiere. Das ist gar nicht schwierig. Gibt es Hoffnung für sie? Einerseits kaum. Andererseits sicherlich: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick gemeinsam seufzt und in den Wehen liegt. Aber nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und warten auf die Kindschaft, die Erlösung unseres Leibes.“ (Rö 8,22 f) Nicht nur wir Menschen: Weit mehr noch die Tiere!

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