Gerhard Wegner Kirche

Kirche

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„Wenn einem zu Kirche nur der Sonntagsgottesdienst einfällt, ist das der Tod im Kopf.“

„Blickt man auf die mit der anstaltlichen Struktur verbundenen bzw. durch sie gesetzten Anreize, so lässt sich eine Tendenz gut beobachten: Die Kirchenleitungen tendieren in der aktuellen Situation dazu, Knappheit und Verantwortung sozusagen nach ‚unten‘, in die Kirchengemeinden hinein zu delegieren. Die Kirchengemeinden wiederum reagieren auf diese Situation, indem sie Entscheidungszwänge und Konfliktentscheidungen nach oben verschieben. Es ist nur logisch, dass auf diese Weise Passivität gefördert und nicht Aktivität herausgefordert wird. Die Kirchengemeinden erleben ihre Situation als äußerst abhängig von zentralen Entscheidungen, auf die sie keinen Einfluss haben und verhalten sich dementsprechend – vordergründig-völlig rational, wenn sie darauf verzichten, unter diesen Bedingungen ihre eigenen Kräfte zu entwickeln. Wenn gar, wie in einigen Landeskirchen, Kirchengemeinden relativ leicht ‚von oben‘ aufgelöst oder fusioniert werden können, werden sich qualifizierte Mitmenschen fragen, warum sie sich überhaupt in diesen Bereichen engagieren sollen. Die gar nicht wenigen Gemeinden, die sich jedoch bewusst entwickeln, sich damit aus der bestehenden Struktur emanzipieren und zugleich von ihr abkoppeln, sind darin durchaus erfolgreich. Allein das schlichte Vorhandensein dieser Ausnahmen macht aber schon deutlich, wie stark das Ergreifen einer aktiven Perspektive bei der kirchlichen Basis von den insgesamt vorhandenen Strukturen abhängt. Einen ersten Ausweg aus dieser Situation bietet möglicherweise die Stärkung der mittleren kirchlichen Ebenen. Sie hat allerdings ihre Tücken.“

(ex: Von der Anstalt zum Akteur)

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